Donnerstag, 8. November 2007

„Hevenu TeBe alejchem!“

Trotz beeindruckender Geschichte spielt der Berliner Fußballklub Tennis Borussia nur in der vierten Liga

Von Ralf Fischer / Jüdische Allgemeine


Ein verregneter Samstagnachmittag im Mommsenstadion, Berlin-Charlottenburg. Bei Bier und Bockwurst finden sich rund 200 gut gelaunte, mit lila-weißen Fanutensilien bewaffnete Anhänger von Tennis Borussia ein. Es geht gegen den Tabellennachbarn aus Greifswald. Nur die zwei rechtslastigen Fans vom Rivalen BFC Dynamo, die sich ins Stadion verlaufen haben, stören die friedliche Atmosphäre. Schon seit sieben Jahren spielt Tennis Borussia Berlin, liebevoll TeBe genannt, nun in der vierten Liga. Und wie jede Saison hat sich der zwölfmalige Berliner Meister das Ziel gesetzt, in diesem Jahr die Durststrecke endlich zu beenden. Doch obwohl die Mannschaft personell zu den Aufstiegskandidaten zählt, stehen sie nur auf dem fünften Rang in der vierten Liga.

Nach dem Abpfiff versuchen die rechten Störenfriede vom Ostberliner Lokalrivalen eine Schlägerei mit den als links verschrienen Fans von Tennis Borussia anzuzetteln. Doch die nach dem 2:0-Sieg äußerst zufriedenen Borussenfans gehen der Provokation aus dem Weg. Sie sind es gewohnt, dass rechtsextreme Fans anderer Vereine sie zum Hauptgegner auserkoren haben.

Der Charlottenburger Verein ist unter Fußballfans vereinsübergreifend verhasst. Allgemein gilt er als Westberliner Bonzentruppe, dessen jüdische Wurzeln angeblich die Grundlage für dessen Millionen seien. Doch das Repertoire der Hassgesänge spornt Fans wie Verantwortliche des Vereins an, ihre vielfältigen gesellschaftlichen Aktivitäten noch weiter auszubauen. Tamás Blénessy, Mitglied der aktiven TeBe-Fanszene, ist der Meinung, dass man gerade durch ständige Präsenz in den Stadien den rechten Parteigängern im Sport erfolgreich Paroli bieten kann.

Die zwölf jungen Sportler, die am 9. April 1902 beschlossen hatten, die „Kameradschaftliche Vereinigung Borussia“ und die „Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft“ zur „Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft Borussia“ zusammenzuführen, hatten damals ebenfalls mit recht verbohrten Vorurteilen zu kämpfen. Obwohl als Tennis- und Tischtennis-Verein gegründet, formierte sich schon ein Jahr später eine Fußballabteilung und erwarb für 50 Pfennig die Lizenz für die Teilnahme an der Berliner Meisterschaft. Fußball galt vor 100 Jahren in Deutschland als zutiefst „undeutsche“ Beschäftigung, da es für Männer als unschicklich galt, sich öffentlich in kurzen Hosen zu zeigen. Die Presse monierte zu dieser Zeit auch die Tatsache, dass Fußball meist von sozial besser gestellten Bevölkerungschichten ausgeübt wurde.

Die Tennis-Borussen entwickelten sich in der neuen Sportart derart prächtig, dass sie in den 20er-Jahren neben Hertha BSC die führende Fußballmannschaft Berlins wurden und als erstes deutsches Team sechs Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gegen eine französische Fußballauswahl antraten. Ein Freundschaftsspiel in Paris war damals alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Gegen die Tennis-Borussen wurden damals „blutrünstige Töne“ angeschlagen, wie die Klubnachrichten des Vereins zu berichten wussten, da sie womöglich die „deutsche Art“ nicht würdig vertreten würden. Am Ende kam alles anders. Die Borussen gewannen Hin- und Rückspiel, und aufgrund der friedlichen Atmosphäre während der Spiele wurden vom französischen Ministerium für Wohlfahrt sogar die Sportplätze im besetzten Ruhrgebiet wiedereröffnet. Dies und ihr begeisterndes Spiel brachte den Veilchen, wie sie wegen ihrer Vereinsfarben genannt wurden, viel Sympathie weit über das Ruhrgebiet hinaus ein.

Viermal erreichte TeBe Ende der 20er-, Anfang der 30er-Jahre das Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Für den Titel reichte es nie. Dafür wurden die damals in Niederschönhausen trainierenden Veilchen 1931 Berliner Pokalsieger und 1932 zum ersten Mal Berliner Meister. Schon ein Jahr später fand die Erfolgsgeschichte ein jähes Ende. Um einem Zwangsaustritt zuvorzukommen, verließen die jüdischen Mitglieder, die ein Drittel des Ver- eins ausmachten, die Lila-Weißen.

Die „freiwillige“ Gleichschaltung bedeutete einen schweren Verlust für den Klub. So musste die langjährige Vereinszeitung vorläufig eingestellt werden, und jeder Junge, der TeBe-Mitglied war, wurde gezwungen, der Hitlerjugend beizutreten. Die ehemaligen jüdischen Mitspieler schlossen sich derweil den rein jüdischen Sportvereinen an, wie zum Beispiel Hakoah, der Berliner Sportgemeinschaft von 1933. Einige wenige schafften es, in die USA oder nach Palästina zu flüchten, wie die Borussenlegende Simon Leiserowitsch, der später als Trainer von Makkabi Tel Aviv aktiv war. Das Schicksal der meisten jüdischen Borussen ist unbekannt, da die Mitgliederlisten des Vereins von vor 1933 komplett verloren gegangen sind.

In der Nachkriegszeit firmierte der Verein ab 1945 zunächst als Sportgruppe Charlottenburg. Es gelang bis Anfang der 50er-Jahre, wieder einer der erfolgreichsten Berliner Vereine zu werden, ab 1949 unter dem bekannten Namen Tennis Borussia Berlin. 1950 gründete der Quizmoderator Hans Rosenthal die Prominenten-Elf von Tennis Borussia. Schon Mitte der 50er-Jahre jedoch begann der langsame Abstieg. Als 1963 die erste Bundesligasaison startete, war Hertha BSC statt Tennis Borussia dabei. Mit Ausnahme zweier Ausflüge in den 70er-Jahren blieb die erste Bundesliga für die Kicker aus Charlottenburg eine No-Go-Area. In der zweiten Bundesliga spielten sie insgesamt neun Saisons.

Dorthin wollen Fans wie Funktionäre so schnell wie möglich wieder zurück. Doch vorerst bleibt dies wohl Illusion. Wenigstens viertklassig bleiben, vielleicht in zwei oder drei Jahren in der neuen drittklassigen Profiliga vorbeischnuppern, mehr ist derzeit für die erste Herrenmannschaft nicht drin. Wer die Veilchen in der zweiten Liga sehen will, der muss schon zu den Frauen gehen. Die Veilchenladies haben die erste Liga fest im Visier und gehören in der Jugendarbeit bundesweit zu den Besten. Auch die Jungs von Tennis Borussia sind Spitze. Mit der A- und B-Jugend sind sie in der Bundesliga Nord/Nordost vertreten. Nur die Herren lassen noch zu wünschen übrig. Für die Schlachtenbummler im E-Block kein Grund zum Verzweifeln, sie feuern noch beim schlechtesten Spiel ihre Mannschaft an und singen lauthals: „Hevenu TeBe alejchem, Hevenu TeBe alejchem“.

Donnerstag, 1. November 2007

»Wenn ich will, seid ihr alle tot«

Deutsche Rapper solidarisieren sich mit islamistischen Terrorrackets und verbreiten homophobe, frauenfeindliche und antisemitische Gewaltphantasien.

Von Juri Eber & Ralf Fischer / konkret

Es herrscht Ausnahmezustand vor dem Brandenburger Tor. Im Best-View-Bereich schreien sich Tausende Mädchen und Jungen die Seele aus dem Leib. Wenn sie nicht gerade lautstark nach ihrem Idol, dem Berliner Pöbelrapper Bushido, verlangen, beschimpfen sie die anderen Popacts wahlweise als »schwul« oder »krasse Scheiße«. »Bravo«, die »Bildzeitung« der Jugend, und der Klingeltonvermarktungssender Viva hatten zum Event »Schau nicht weg – Rocken gegen Gewalt in der Schule« eingeladen. Gekommen sind mehrere zehntausend zumeist minderjährige Teenager – allerdings eher nicht, um Bands wie LaFee zu lauschen oder mit dem Gewaltproblem konfrontiert zu werden. Das kennen sie aus ihrem Schulalltag zur Genüge.

Der Auftritt von Bushido war wegen seiner Haßtiraden gegen Schwule und Frauen umstritten. Doch die Veranstalter ließen sich davon nicht beeindrucken. Hätte der Unterschichtrapper nicht seine Mord- und Totschlagmusik zum besten gegeben, wären nicht annähernd so viele Zuschauer bereit gewesen, Eintritt zu zahlen. Einige hundert Meter entfernt, an der Ecke Straße des 17. Juni/Yitzhak-Rabin-Straße, stehen rund 50 Gegendemonstranten auf verlorenem Posten. Es ist den wenigen Funktionären der organisierten Berliner Schwulenszene zu verdanken, daß es überhaupt zu einer solchen Aktion gekommen ist.

Mann gegen Moderne

Hinter dem Haß auf Schwule und alle Frauen außer Mutti verbirgt sich nicht nur beim veritablen Elternschreck Bushido der Wunsch, die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau wiedereinzuführen. Die rappenden Jungmänner bemängeln in ihren musikalischen Inszenierungen den Machtverlust, der mit dem eigenen Wunschbild von Machotum nicht zu vereinbaren ist. In ihren Texten wettern sie gegen alles, was die von ihnen definierte Männlichkeit vermeintlich zerstört: Schwule, Metrosexuelle, emanzipierte Frauen und die Zurichtung der Gesellschaft, in der nicht mehr alle Führungspositionen automatisch Männern zufallen. So identifizieren sie nicht nur die kapitalistische Moderne als ihren Feind, sie entdecken auch in dem internationalen islamistischen Bandenwesen einen Verbündeten. Trotzdem will die rappende »Generation Djihad« natürlich kommerziellen Erfolg, statt sich selbst in die Luft zu sprengen. Zu unzähligen willigen Groupies sind die 72 Jungfrauen, die den Märtyrer irgendwann einmal im Paradies erwarten sollen, keine wirklich attraktive Alternative.

»Gott schuf Adam und Eva / nicht Adam und Peter / ich glaub’ fest daran«, rappen die Berliner G-Hot und Kralle in ihrem Track »Keine Toleranz«. »Ihr laßt euch von Schwulen regieren / was soll noch kommen / was soll in Zukunft passieren?« Selbst penetriert zu werden ist für die beiden Interpreten – wie für den Großteil der deutschen Rapper – das Sinnbild des absoluten Machtverlustes: »Eine Schande für den Mann, in den Po gefickt«, und so versichern G-Hot und Kralle dem geneigten Publikum am Ende des Lieds, daß ihr Arsch »für immer eine Einbahnstraße« bleibt.

In der hitzigen Feuilletondebatte um den Song hat die Tatsache, daß 99 Prozent der deutschen Rapper männlich sind, kaum eine Rolle gespielt. Auch nicht, daß »Keine Toleranz« nur eine kleine Kostprobe ist aus dem reichen Repertoire der neuen deutschen Sangeslust, wie sie nicht nur im Internet verbreitet wird. Wenn es im deutschen Rap um Schwule geht, dann wird allgemein das Bild eines verweichlichten, verweiblichten, abhängigen Mannes gezeichnet. Der Berliner Sido, bei dem das eigene Label die alte Straßengang abgelöst hat, formuliert seine Kampfansage deshalb anal: »Aggro Berlin steht für: Ich ficke deinen Arsch extrem.« Und der Werbeslogan eines der kleineren Raplabels aus der Hauptstadt lautet: »Berlin bleibt hart«. Wie man das erreicht, beschreibt Bushido in seinem Song »Berlin«: »Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel.« 2005 beugte sich Bushidos Label Universal dem öffentlichen Druck: Aus der Songzeile »Ihr Tunten werdet vergast« wurde »Ihr Tunten werdet verarscht«.

Den bekannteren Rolemodels des Deutschraps wie Bushido ist zumindest nach außen hin der Versuch gelungen, die eigene männliche Herrlichkeit durch eine omnipotente Inszenierung als rappende Über-Pimps wiederherzustellen. Die überproportionale mediale Aufmerksamkeit, die ihnen zukommt, und der finanzielle Segen sind Äquivalent für die vermeintliche Schmach als Mann in der Moderne. Die Wut des Underdogs mutiert zu einem nicht unwesentlichen Element der Marketingstrategie. Doch vor allem jene, die es nicht in den lukrativen Musikmainstream geschafft haben, sprechsingen immer häufiger Klartext. Ins Visier des antimodernistischen Amoklaufs gerät – neben den Schwulen – vor allem die omnipotente kapitalistische Übermacht Amerika.

Generation Djihad

»Hölle auf Erden!! In Afrika verhungern Kinder. Hölle auf Erden!! George Bush spielt Hitler!! Hölle auf Erden!! Ein Krieg gegen den Islam. Hölle auf Erden!! Irak brennt wie Vietnam!!« Was die Frankfurter Gruppierung Warheit in dem Refrain ihrer Singleauskopplung rappt, könnte ebensogut als Parolensalat auf einem aktuellen Flugblatt der Friedensbewegung stehen. Die Gleichsetzung von George W. Bush mit Hitler wird von diesen Kreisen zu gern benutzt, denn im projektiven antifaschistischen Widerstand gegen die USA läßt sich fast jede terroristische Schweinerei legitimieren. In den neunziger Jahren identifizierte man sich in der deutschen Rapszene fast ausschließlich mit sogenannten linken – vulgo antiamerikanischen – Befreiungsbewegungen, unter die auch der gesamte »palästinensische Widerstand« subsumiert wurde. Doch mit ein wenig Verzögerung ist im Nachgang des 11. September 2001 in Deutschland eine Trendwende zu beobachten. Auch wenn das Markenzeichen dasselbe geblieben ist, mit der neuen Palästinensertuchwelle ist kein Revival der linken Befreiungstheorie im Rap verbunden, sondern eine Solidarisierung mit islamischen Terrorrackets oder mit der deutschen Nation. Im schlimmsten Fall mit beidem.

Die neue deutschnationale Welle schwimmt auf – zum Teil heute noch als links beziehungsweise fortschrittlich mißverstandenen – Vorurteilen, deren Haltbarkeitsdatum schon lange als abgelaufen galt. Wenn Prinz Pi propagiert, Amerika führe Krieg für Öl, oder Bushido in »Stupid White Man« versucht, an Michael Moore anzuknüpfen, so ist ihre Konsequenz jedoch eine andere: Prinz Porno, wie er früher hieß, fühlt sich als Teil einer »Generation Djihad«, und Bushido schreit aus dem Tonstudio heraus der ganzen Welt ins Gesicht, er sei ein Taliban, und wenn er wolle, seien wir »alle tot«. Um Mißverständnisse zu vermeiden, rülpst Bushido auch noch Brocken wie »Siehe Bin Laden ich hätt es ähnlich getan« oder »Ich mach ein Anschlag auf dich wie in Tel Aviv« ins Mikrophon. Bei ihm und anderen Rappern, die bei Majorlabeln unter Vertrag stehen, ist davon auszugehen, daß solche Passagen vor der Veröffentlichung auf Markttauglichkeit getestet wurden. Vor dem 11. September wäre er mit dieser Message wohl kaum zu einem populären und gefeierten MTV-Popstar geworden.

Von kommerziell weniger erfolgreichen Rappern werden Größen wie Bushido, der im Dezember wieder auf Deutschlandtournee geht, oder der Aufsteiger Massiv vehement angegriffen. Wie in den alten Auseinandersetzungen dreht sich dabei alles um die Frage der Authentizität. Das multiethnische Berliner Rapquartett Zyklon Beatz holt dabei den populärsten Vorwurf aus der Schublade hervor: »Ich seh MCs, die gern über den großen Teich wollen / Ich seh MCs, die mit peinlichen Amibeats prollen / Ich kenn MCs, die behaupten, sie wären Pimps / doch die Frage die ich mich frage, ob das wirklich stimmt.« Zyklon Beatz inszenieren sich als die wahren Rapper, die eben nicht auf Amibeats prollen, und propagieren im gleichen Lied den Dreiklang »deutsche Frauen, deutscher Rap, deutsches Bier«.

In diesem antimodernistischen Weltbild hat Deutschland den Opferstatus, den es braucht, um aus Notwehr endlich losschlagen zu können: »Mann, Deutschland erwache / uns geht’s doch jetzt schon so kacke / siehst du nicht, was der Ami vorhatte / als er dich aufbaute für seine eigene Sache?« Kurz und bündig formuliert der Berliner Akte One im gleichen Lied deshalb die neue deutsche Marschrichtung in dem aus Amerika adaptierten Musikgenre: »Das ist Deutschrap / Deutsche Produktion, deutscher Text / Deutsche Probleme in Szene gesetzt.«

Mit diesem musikalischen Stahlgewitter im Gepäck sind Rapper zu Spitzenvertretern antikapitalistischer Ressentiments deutschnationaler Provenienz geworden. Ist Deutschrap der ideologische (Kassen-)Schlager der Zukunft? Wenn der in der linken Szene beliebte Hamburger Rapper Holger Burner »Uzis verteilen (will) von Hamburg bis München / Mit dem Aufruf die Chefs aller Banken zu lynchen« und den Zionismus als den schlimmsten Nationalismus bezeichnet, dann steht ihm sein Stuttgarter Kollege Bözemann in nichts nach. Der behauptet etwa, der Berliner Konkurrent Massiv sei »mit Sicherheit Jude« und ziehe den »Koran durch den Dreck«. Seine Kommentare im Myspace-Gästebuch beendet er mit einem zackigen »Sieg Heil«. 

Samstag, 25. August 2007

Promo für Provo

Zur Hilflosigkeit der Deutschrap-Zensoren

Ralf Fischer / Junge Welt

Es muß irgendwann im Jahre 2001 gewesen sein, als die bis dato tonangebenden Provinzstädtchen Hamburg und Stuttgart ihre Marktführerschaft im Segment deutscher Sprechgesang an pöbelnde Straßenjungs aus dem Berliner und Frankfurter Betondschungel verloren. Die urbane Jugend hatte angesichts drastisch vernagelter Perspektiven die Schnauze voll vom gymnasialen Gute-Laune-Rap, der in gepflegter Langeweile zu ersticken drohte. Obwohl die Anzahl der Konsumenten zunahm, brachen die Verkaufszahlen der Kuschelrapper ein. Die Helden der Frustrierten kletterten an die Spitzen der Charts. Deren Vorbilder kamen aus den USA: Aggro sein und hören, das war die Maxime der Stunde.

Von der Erwachsenenwelt gut abgeschirmt, begann eine Trendwende im Deutschrap, deren Auswirkungen Berufspolitiker heute zur Selbsttherapie ihres Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms nutzen, vor allem die von der Umwelt- zur Jugendschützerin mutierte Monika Griefahn (SPD) und die notorische Betroffenheitsmimin Claudia Roth (Bü90/Die Grünen) stopfen mit Verbotsforderungen die Sommerlöcher. Gemeinsam mit den hochbetagten Mitgliedern der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BJPM) versuchen sie verzweifelt, der Lage Herr zu werden.

Dieses Ansinnen ist in Zeiten, in denen Internet und Handys Massenware sind, zum Scheitern verurteilt. Die Verbreitung der indizierten Musik ist kaum zu verhindern. Zunehmend gleitet den Empörten die Kontrolle aus den Händen. Sie wollen die Jugend bewahren vor den Verheerungen der urbanen Unterschichtenkultur (harte Drogen, sinnlose Gewalt und Sex der Sorte XXL-Hardcore). Was sie erreichen, ist das Gegenteil. Wenn ein Song oder gar eine komplette CD indiziert wird, nehmen die jugendlichen Konsumenten dies als ein über jeden Zweifel erhabenes Gütesiegel wahr. Manches ihrer Idole laviert vielleicht ein wenig in der Öffentlichkeit herum, verzichtet sogar auf die Veröffentlichung des einen oder anderen Liedes, aber der Status »authentischer Rapper« ist gesichert. Die Kasse stimmt. Und selbst der inkriminierte Song wird in Internettauschbörsen unter den Kids hoch gehandelt. Dagegen sind die selbsternannten Bewahrer der guten Sitten, z. B. jugendschutz.net, völlig machtlos.

So wie das »Unterschichtenfernsehen« vom ständigen Tabubruch lebt, ist es eben auch mit dem neuen deutschen (Kassen)Schlager, dem Unterschichtenrap. Je vehementer Bushido, Fler und Konsorten den Tabubruch zelebrieren, umso eher ist von kommerziellem Kalkül der Plattenlabels auszugehen. Ob so in drei, vier Jahren noch groß Kasse gemacht werden kann, ist stark zu bezweifeln. Wenn es den Jungs und Mädels aus dem Mittelstand zu langweilig wird, die immer gleichen Verbalinjurien aus den Niederungen der Gesellschaft anzuhören, werden sie zur nächsten Variante der Verblödung wechseln. Auch »Big Brother« ist nach der dritten Staffel im Quotenloch gelandet. Dem Schmuddelrap wird es genauso ergehen.

Der Unterschicht, die zum Soundtrack ihres eigenen Elends bounct, wird mangels Zahlungsfähigkeit keine große Bedeutung mehr zugemessen werden. Für die derzeitigen Berliner und Frankfurter Goldjungen wird dann nicht mehr viel zu holen sein. Griefahn, Roth und Co. sollten sich also lieber entspannt zurücklehnen. Auch ihre Eltern sahen in den 60er und 70er Jahren das Abendland untergehen, weil zum Beispiel die Rolling Stones populär wurden. Wer heute ein Konzert von denen besucht, wird feststellen, daß die damals so berüchtigte Kulturtechnik Sex, Drugs and Rock’n’Roll in der Gesellschaft keineswegs so tiefe Spuren hinterlassen hat wie auf den Gesichtern einiger ihrer Hauptakteure.

Donnerstag, 9. August 2007

Generation Jihad

Hassgesänge: In der deutschsprachigen Rap-Szene wird immer öfter gegen Juden gehetzt

Von Ralf Fischer / Jüdische Allgemeine


Araber aus Untergrund/ Nationalstolz ist gesund/ Judenhass mit Hintergrund“ tönt es aus dem Lautsprecher. Auf dem Computerbildschirm ist das Bild einer in Brand gesetzten israelischen Fahne zu sehen. Der unbekannte Interpret rappt im Refrain weiter: „Alle Nazis sagt nicht nein/ töte jedes Judenschwein/ Die Yahudis sind gemein/ Alle sollen sie hier krepieren/ Araber werden hier regiern.“ Sein Kompagnon, ein sich selbst als „stolzer Deutscher“ bezeichnender Rapper, besiegelt am Ende des Songs namens „Juden Diss“ den „arabisch-deutschen Bund“ mit einer Androhung à la Ahmadinedschad: „Israel, die Bombe macht, tick, tick, tick, boom …

Solche an Deutlichkeit kaum zu überbietenden antisemitischen Töne sind im deutschsprachigen Rap schon lange keine Seltenheit mehr. Offen propagierter Judenhass ist in der Szene auf dem Vormarsch. Zwar werden diese selbst produzierten Videos nicht bei den großen Musiksendern MTV oder VIVA gesendet, aber dank Internetplattformen wie YouTube und Myspace wächst ihr Einfluss in der Jugendsubkultur beständig. „Türke, Moslem/ hasse die Ostdeutsche/ dass sind Hurensöhne/ wie die Scheiß Juden“ rappt ein Anhänger der türkischen Grauen Wölfe auf YouTube. „Palästina unsere Brüder/, gegen Scheiß-Juden“ geht es in dem Text von Karub aus Berlin-Moabit weiter. In der Selbstbeschreibung seines Videos heißt es: „diss gegen pkk aggro berlin christen juden israel griechen. Palästina und die anderen moslems wir halten immer zusammen.

Dissen, sprich, Gegner und Konkurrenten musikalisch und verbal mit Schmähreden zu überziehen, ist ein integraler Bestandteil der Rapkultur, seit diese in den frühen 80er-Jahren in den USA entstand. Es geht darum, den eigenen Status innerhalb der Szene als harter und authentischer Battle- und Streetrapper aufzuwerten. Die Zielobjekte sind meist ehemalige Weggefährten, die zu Konkurrenten wurden, oder kommerziell erfolgreiche Vertreter der Subkultur.

Nicht selten wird gerade in diesen Songs auf antisemitische Codes und Karikaturen zurückgegriffen. So wird der deutsch-moslemische Rapper Massiv, der vor wenigen Monaten einen lukrativen Plattenvertrag bei SonyBMG unterschrieb, von einem Rapper namens Bözemann in einem Diss-Video im Netz symbolisch begraben. Auf dem Grabkreuz ist neben dem Namen von Massiv ein Davidstern zu sehen. In der Beschreibung des Videos heißt es dazu: „Massiv wird auseinandergefickt vollgewixt im wald verscharrt und als Jude abgestempelt.“ Das im Mai veröffentlichte Video wurde bisher über 50.000 mal im Internet abgerufen. In den Kommentarspalten beschimpfen sich die Fans gegenseitig als „Hurensöhne“ und „Juden“.

Ihre Vorbilder finden die jugendlichen Hassrapper nicht zuletzt bei Größen der Szene wie Bushido, dem wohl bekanntesten Deutschrapper. Der schaffte im Jahr 2002 mit seinem Album Carlo, Cox, Nutten den Durchbruch zu einem Majorlabel. Taliban heißt ein Song auf der CD. Dort outet sich der erfolgreiche Deutschrapper als Fan antiisraelischer Selbstmordattentäter: „Ich mach ein Anschlag auf dich wie in Tel Aviv … Wenn ich will, dann seid ihr alle tot, ich bin ein Taliban.

Mit seiner Begeisterung für islamistische Terrorgruppen steht Bushido nicht allein. Der von VW geförderte Nachwuchsrapper Prinz Pi sieht sich als Teil einer „Generation Jihad“ und der Frankfurter Rapper Azad kündigt auf seinem Album Betonklassik den kommenden „Rap-Holocaust“ an.

Montag, 11. Juni 2007

Rote Karte für Homophobie im Fußball


Respect Gaymes im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Ralf Fischer / hagalil.com

In den deutschen Profifußballligen, müsste es nach allen Regeln der Statistik etwa hundert Schwule geben. Bekannt davon ist keiner. Vermutlich sind die mehr oder weniger versteckten Drohungen der Trainer und die homophoben Zoten von den Sportskameraden der Grund dafür. Ein bekannter Ausspruch des deutschen Rekordnationalspielers Lothar Matthäus und weit verbreitetes Vorurteil lautet, Schwule könnten nicht Fußball spielen. Dies nahm der Lesben- und Schwulenverband Berlin Brandenburg (LSVD) zum Anlass endlich das Gegenteil zu beweisen...

Seit letztem Jahr organisieren sie in Berlin die “Respect Gaymes” unter dem Motto “Zeig Respekt gegenüber Schwul und Lesben”. Unterstützt wurden sie dabei von Sportvereinen und zahlreichen Prominenten, wie den Box-Champion Oktay Urkal und der Fußballnationalspielerin Navina Omilade, die die Schirmherrschaft übernahmen.

Klaus Wowereit (SPD) eröffnete die “Respect Gaymes” und sagte, dass gegenseitiger Respekt die Grundvoraussetzung für das Leben in einer toleranten und weltoffenen Stadt, wie Berlin ist. Diskriminierungen jeglicher Art haben hier keinen Platz. Doch was nun genau diskriminierend ist, und vor allem wen es diskriminiert, ist immer eine Frage des Standpunktes.

Die 500 Teilnehmer waren homo-, bi und heterosexuelle Jugendliche und junge Erwachsene, die gemeinsam für Respekt gegenüber Schwulen und Lesben antraten. Die Idee dahinter ist eigentlich ganz einfach: Wer dem anderen gegenüber im Sport mit Respekt begegnet, der wird dies auch im Alltag tun. Einige Teilnehmer wollten ein Zeichen setzten und andere, wie die späteren Turniersieger "Hohenschönhausen Süd" kamen um zu gewinnen. Ihnen Folgte das Team der “Freibeuter” und des Roten Stern Nordost Berlin´s.

Dem ebenfalls anwesenden Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Friedrich Pflügler, fielen besonders die zahlreichen Schwulen in Nonnentracht ins Auge. Seiner Meinung nach, würde der Aufzug dieser besonderen Ordensschwestern, christliche Gefühle verletzten und sei deshalb nicht zu akzeptieren. Doch mit dieser Meinung stand er allein auf weiter Flur. Beim V.I.P.-Fußballturnier gegen die Nonnen zeigten Prominente aus Politik, Sport und Kultur Gesicht. Neben dem SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Uwe Benneter, Volker Beck von den Grünen und dem FDPler Markus Löning, trat für die Linkspartei die Abgeordneten Evrim Baba gegen den Ball. Moderiert wurde die illustre Herrenpartie vom Urgestein der Lindenstraße, Georg Uecker.

Beendet wurde der Tag mit einer HipHop-Party. Die Mitorganisatoren vom Roten Stern Nordost Berlin hatten es geschafft den englischen Rapper und Mitbegründer des schwulen HipHop-Netzwerkes aus Großbritannien, Q-Boy, für einen Auftritt zu gewinnen. Für sie war die Veranstaltung ein gutes Zeichen, mahnen aber, dass “dennoch viel Engagement gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit gefordert” sei.

Montag, 7. Mai 2007

Wohlklang wehrt sich gegen Vorwürfe

Antifaschisten demonstrierten gegen Pankower Nazikneipen

Ralf Fischer & Juri Eber / hagalil.com


Im Gedenken an die Befreiung vom Hitlerfaschismus vor 62 Jahren demonstrierten am Samstagabend rund 400 Antifaschisten vom S-Bahnhof Wollankstraße ausgehend durch den Stadtteil Pankow. Die Demonstration war Teil der "Liberation Weeks", die bereits am 13. April starteten. Der Protest der zumeist jugendlichen Antifas richtete sich auch gegen zwei Kneipen die aktuell als Anlaufstelle und Rückzugsraum für organisierte Neonazis genutzt werden...

Erst vor vier Monaten wurde der für die Linkspartei Lichtenberg in der BVV sitzende Kirill Jermak an einer Straßenbahnhaltestelle in der Niederschönhausener Dietzgenstraße von drei Neonazis angegriffen. Auf dem Boden liegend konnte Jermak sich mit Pfefferspray zur Wehr setzen. Einige der Angreifer flüchteten sich nach der Attacke in die Kneipe Spass Eck. Seit mehreren Monaten schätzen Pankower Antifaschisten diese Kneipe als den neuen Treffpunkt der lokalen Neonaziszene ein.

Ebenfalls als Treffpunkt für organisierte Rechte gilt den Nazigegnern die Kneipe Wohlklang in der Pankower Wollankstraße. Im letzten Jahres kam es zu zwei Übergriffen bei denen die rechtsextremen Angreifer aus dem Lokal stürmten. Nach Angaben der Antifa Pankow feierten im August 2006, in der Nacht vor dem Gedenkmarsch anlässlich des Todes von Hitlerstellvertreter Rudolf Hess in Berlin-Prenzlauer Berg, ungefähr 60 Neonazis im Wohlklang. Ein Teil der rechten Meute patroullierte an diesem Tag in der Umgebung um den Revieranspruch der Rechten zu verdeutlichen. Der Betreiber des Wohlklang wehrt sich gegen den pauschalen Vorwurf er betreibe eine Nazikneipe. Auf einem Transparent welches am Samstag an der Außenfront der Kneipe befestigt war, verwies der Besitzer darauf das seine Kneipe kein Treffpunkt für Rechtsextreme sei, sondern "Multikulti".

Am Rande der Demonstration störten immer wieder Kleingruppen organisierter Neonazis. Im Spass Eck sammelten sich schon im Vorfeld rund 15 rechtsexteme Störenfriede die von der Polizei in Schach gehalten wurden. Als die Demonstration an der Kneipe vorbeizog, wurden die Teilnehmer aus der Kneipe heraus abgefilmt. Mitglieder der Kameradschaftsszene filmten die protestierenden Antifaschisten aus einer fahrenden Straßenbahn heraus ab. Die Polizei konnte ein Zusammentreffen beider Gruppen verhindern. Insgesamt spricht die Einsatzleitung von einer störungsfreien Veranstaltung. Es wurden insgesamt nur drei Platzverweise erteilt.

Am 8. Mai veranstalten die Organisatoren der Liberation Weeks eine Kundgebung zum Gedenken an die Kapitulation Nazideutschlands am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park.

Samstag, 5. Mai 2007

Revolutionäre im Heuschreckenwahn

Antisemitismus, Antizionismus und Antiamerikanismus rund um den 1. Mai in Berlin

Ralf Fischer & Juri Eber / hagalil.com

In ganz Kreuzberg waren sie zu sehen: Plakate auf denen ein Vermummter seine Zwille auf einige Heuschrecken richtet, die gerade im Begriff sind mit ihren Fühlern ganz Berlin in Besitz zu nehmen. "Heuschrecken Alarm" prangerte als Überschrift auf dem Plakatmotiv. Kämpferisch ist auch ihre Antwort: "Nicht mit uns, ihr Schweine!"



Dass die Heuschrecke als Tiermetapher gern von eliminatorischen Antisemiten benutzt wird, fiel sogar einigen linken Mitstreitern der mobilisierenden Revolutionäre auf. Sie plakatierten über die darüber zum ersten Mai ein kleineres Plakat mit der Aufschrift: "Wer Menschen mit Ungeziefer vergleicht, hat aus der Geschichte nix gelernt. Gegen Rassismus und Antisemitismus. Fight Capitalism. Destroy Germany". 

Woraufhin auf dem linken Internetportal Indymedia eine recht aufschlussreiche Diskussion entbrannte. Tenor der Debatte: "Wer den Ungeziefer-Vergleich "antisemitisch" nennt, der transportiert und akzeptiert die Nazi-Gleichung: "Juden = Ungeziefer"."

Letztendlich ging die Intervention einiger antinationaler Linker in die Hose. Am Vorabend des 1. Mai versammelten sich rund 1500 Menschen auf dem Boxhagener Platz, um einem Konzert unter dem Motto "Gegen Yuppisierung und Umstrukturierung - G8 verhindern" beizuwohnen. Palästinensertücher gehörten hier ebenso zum guten Ton, wie die Personalisierung des Kapitalismus in Form von so genannten 'Yuppies' oder einzelnen 'Kapitalisten'. Auf einer vom Deutschen Gewerkschaftsbund organisierten Demonstration am nächsten Vormittag zeigten IG Metaller ihre Verbundenheit mit der jugendlichen Nachhut und so konnte man auf einem Transparent der IG Metall-Handwerker begutachten, wie ein kräftiger deutscher Handwerker dem dicken Kapitalisten den Marsch bläst, da er ihn in den Tarifverhandlung bisher immer nur 'unterdrückt' hat.

Äußerst passend steht über dem antisemitischem Comic auch die passende Parole für den diesjährigen 1. Mai: "Wir sind Deutschland". Die Punker am Vorabend auf dem Boxhagener Platz blieben noch auf halber Strecke stehen und riefen stattdessen ständig die 89-Parole "Wir sind das Volk".

Um Solidarität mit den unterschiedlichsten Volksbefreiungsbewegungen ging es dann am frühen Nachmittag in Kreuzberg. Auf der 13:00 Mai-Demonstration boten die Maoisten von den Revolutionären Kommunisten dasselbe Schauspiel, wie jedes Jahr. Mit Parolen wie "Internationaler Volksaufstand - Widerstand in jedem Land" oder "Sieg dem palästinensischen Widerstand - Werft die Besatzer aus dem Land" ließen sie die Intifada gegen den Staat Israel hoch leben. "Viva la Palästina" rufend zogen so rund 500 Demonstranten, unter anderem auch Mitglieder der MLPD, durch die Stadt.

Am Abend - während der Ausschreitungen - agierten islamistische Jugendbanden, die der Polizei lauthals "Hurensöhne" entgegneten, Seite an Seite mit organisierten Altautonomen oder jugendlichen Punker gegen die Polizei. Das diese Straßenkampfallianz kein Zufall ist, lassen die ideologischen Schnittmengen erahnen. 

Welche Potenz ein Bündnis zwischen antizionistischen Linken und Islamisten haben kann, kann man am ersten Mai nach Kreuzberg erleben. Hier keimt ein neues reaktionär-antikapitalistisches Bündnis, welches womöglich seine besten Zeiten noch vor sich hat ...

Mittwoch, 4. April 2007

"Wir brauchen den rechten Sumpf nicht"

Nordbahngemeinden gründen Bürgerbündnis gegen Rechts

Ralf Fischer & Juri Eber / hagalil.com

Am 8. März diesen Jahres war es soweit: Nach einem langen Vorlauf gründete sich die Aktionsgemeinschaft "Nordbahngemeinden mit Courage", um in den Orten Hohen Neuendorf und Birkenwerder besser abgestimmt gegen den organisierten Rechtsextremismus aktiv werden zu können. Nur 20 Tage später, am vergangenen Mittwochabend, veranstaltete das Bündnis im Marie-Curie-Gymnasium, einer "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", die erste Veranstaltung mit 150 Besuchern, um über Strategien der extremen Rechten zu informieren...


Der Auslöser für die Initiative war der Landesparteitag der Brandenburger NPD im Oktober letzten Jahres, der zunächst unbemerkt von der Öffentlichkeit im Hohen Neuendorfer Stadtteil Borgsdorf stattfinden konnte. Aus einer ersten losen Zusammenkunft entwickelte sich recht schnell ein breites Bürgerbündnis. Inzwischen sind alle politischen Parteien, viele lokale Vereine, Verbände, Schulen und Initiativen in dem Bündnis aktiv. Die Bürgermeister der Kommunen, Monika Mittelstädt (CDU, Hohen Neuendorf) und Kurt Vetter (SPD, Birkenwerder) übernahmen die Schirmherrschaft des Bündnisses. Weitere Gemeinden, wie Mühlenbecker Land, planen ihren Beitritt.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Fäschner, dass Rechtsextremismus kein zu vernachlässigendes Randproblem sei, sondern beinahe wie selbstverständlich im Alltag verwurzelt ist. Ein lokales Beispiel dafür ist der Fall Stella Palau. Über ein Jahr lang war das Mitglied des NPD-Bundesvorstandes unentdeckt im Hohen Neuendorfer Kinderzentrum ein und ausgegangen. Sie trat ganz normal auf und hielt ihre politische Gesinnung geheim, sodass den anderen Frauen nichts wirklich auffiel. Mit ihrem Mann, dem ebenfalls im Bundesvorstand der rechtsextremen Partei aktiven Jörg Hähnel war sie vor einem Jahr aus Berlin in den Brandenburger Speckgürtel gezogen. Ein Trend dem derzeit viele Neonazis folgen.

In Birkenwerder hat sich neben dem so genannten Deutschen Rechtsbüro, betrieben von Richard Miosga, auch der ehemalige Vorsitzenden der verbotenen Wiking Jugend und bundesweit bekannte rechtsextreme Szeneanwalt, Wolfgang Nahrath, angesiedelt. Ebenfalls in der Gegend wohnhaft ist der Pressesprecher des Landesverbandes Brandenburg Thomas Salomon sowie der Vizevorsitzende der NPD Brandenburg, Detlef Appel. Brandenburgische Sicherheitskreise warnen mit Blick auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr vor einer neuen Strategie der Rechtsextremen: Mit einem bürgerlichen Auftreten versuchen sich die rechten Kader zu integrieren und so die Wähler von ihrer Harmlosigkeit zu überzeugen.

In der Nichtbeachtung dieser Entwicklung sieht Nico Scuteri vom Mobilen Beratungsteam Tolerantes Brandenburg das größte Gefahrenpotenzial. "Eine Professionalisierung der Kommunalpolitik" hält er für dringend notwendig um dem Problem in Zukunft überhaupt dauerhaft gerecht werden zu können. Die Rechtsextremen versuchen mit ihrer politischen Basis- und Wühlarbeit da anzusetzen, wo demokratische Strukturen kaum oder gar nicht vorhanden sind. Diese Lücken müssen dringend von demokratischen Initiativen geschlossen werden.

Der Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land, Klaus Brietzke (CDU), sieht das ähnlich. "Den braunen Sumpf brauchen wir nicht", betont Brietzke und kündigt an, dem Bündnis "Nordbahngemeinden mit Courage" so bald wie möglich beizutreten. Das wäre eine Lücke weniger, welche die braunen Agitatoren im Speckgürtel um Berlin für sich nutzbar machen könnten.

Die Aktionsgemeinschaft im Internet: www.mit-courage.de

Donnerstag, 29. März 2007

"Ich möchte einfach mehr Zeit haben"

Interview mit Michael Degen auf der Leipziger Buchmesse...

Ralf Fischer & Jan Poppke / hagalil.com

RF & JP: Herr Degen, Sie haben nach ihrem ersten autobiographischen Roman „Nicht alle waren Mörder“ nun die Fortsetzung, „Mein heiliges Land“, veröffentlicht. Sie erzählen darin ihre Suche nach ihrem verlorengegangenen Bruder. Weshalb setzten sie ihre Autobiographie fort?


Michael Degen: Die Leserbriefe wurden immer mehr. Die Leute wollten wissen: „Wie geht’s weiter? Wie geht’s in Israel weiter? Wie ist das mit dem Bruder? Hat er ihn gefunden, hat er ihn nicht gefunden?

Das Buch endet ja im Grunde damit, dass ich ihn gefunden habe. Aber so waren eben die Fragen, merkwürdigerweise. Der Verlag wendete sich dann auch an mich und sagte: „Bitte tun sie uns den Gefallen und schreiben Sie noch einen zweiten Teil. Das kann nur ein Schlager werden.“ Und ich sagte, ich will das eigentlich nicht. Ich müsste dann auch meine berufliche Biographie schreiben und ich möchte mich nicht in die schlechten Schauspielerbiographien einreihen.

Ich habe es aber dann doch getan, weil Rowohlt mich darum gebeten hat. Man drängelte mich auch wahnsinnig. Der Verlag wollte das neue Buch auch für Leipzig haben und wir hatten aber einen Vertrag für Frankfurt im Oktober. Ich habe es aber geschafft, bin sehr zufrieden damit und habe mehr Zeit für ein neues Projekt.


Was bedeutet für sie ganz persönlich das Schreiben?

Schreiben? Alles! Immer mehr. Nach dreißig Jahren Berufserfahrung als Schauspieler, hatte ich immer mehr das Bedürfnis meine eigenen Texte zu schreiben und zu sprechen. Das wurde immer stärker. Aber ich habe das dann auch wieder vergessen., denn so ernsthaft hatte ich mich mit Schreiben nicht beschäftigt, weil ich auch nicht wusste, kann ich’s oder kann ich’ s nicht.

Eine Talkshow im WDR war dann der Auslöser. Da lernte ich eine Frau kennen, eine Autorin deren Eltern ähnliches erlebt hatten, wie ich als Kind. Wir tauschten dann unsere Erfahrungen aus. Das war natürlich sehr spannend, weil ich bemerkte, an wie viel ich mich noch erinnern konnte. Wahrscheinlich, weil ich es stets verdrängte. Da hatte sich so eine Art Blase im Gehirn gebildet und mit diesem Buch stach ich mitten hinein. Erstaunlicherweise kam wirklich alles heraus.


Steht das Schreiben bei Ihnen in Konkurrenz zur Schauspielerei? Oder besitzt es den gleichen Stellenwert?

Ich möchte einfach mehr Zeit haben. Das Fatale ist, dass ich eigentlich lieber Theater spiele, als Fernsehfilme zu drehen. Aber das Fernsehen, lässt mir einfach mehr Zeit zu schreiben.

Ich drehe jetzt z.B. einen „Tatort“ mit dem zwei fabelhafte Kollegen Axel Prahl und Jan-Josef Liefers. Jetzt mache ich noch drei Tage Lesereise, dann geht’s wieder zurück nach Köln. So etwas kann man eben dann beim Fernsehen machen. Beim Theater geht das nicht.


In ihrem Buch beschreiben Sie, dass einer ihren ersten Eindrücke im heiligen Land der Duft von frischen Jaffa-Orangen und Zypressen war. Haben sie den Geruch immer noch in der Nase, wenn sie heute Israel besuchen?

Ich bin auf der Suche nach diesem Duft, er ist auch noch da, aber ich finde ihn nicht mehr. Es ist wie ein Parfum, welches sie Tag für Tag benutzen. Sie können es nach einer Weile nicht mehr riechen, aber die anderen riechen es.

Ich hatte mich zu sehr daran gewöhnt. Einmal, und das ist ganz merkwürdig, hatte ich den Duft wieder in der Nase. Das war vor drei Jahren, in der Nähe von Jerusalem. Wir drehten „Leo und Claire“ mit dem Vilsmaier. Und da hatten wir ein unangenehmes Erlebnis mit Arabern, wurden aber dann beschützt. Wir kamen dann wieder runter in so ein Tal und plötzlich hatte ich diesen Duft in der Nase.


Gibt es jetzt neue Düfte, welche sie in Israel heute finden?

Eindrücke mit dieser Intensität nicht. Das hatte ich seitdem nicht mehr.

Sie sind als Staatenloser in Israel angekommen. In ihrem Buch sagen Sie sehr deutlich, dass Sie kein Deutscher sind. Wie gehen sie heute mit dem Thema Staatsbürgerschaft um?

Ich bin deutscher Staatsbürger. Ich bin damals deutscher Staatbürger geworden, weil ich mich entschlossen hatte, hier zu leben und meinen Beruf auszuüben. Aber die Deutschen forderten von mir, dass ich die israelische Staatsbürgerschaft ablegen sollte, wenn ich die deutsche beantragen würde. Da habe ich gesagt: „Nein, das mache ich nicht.“

Dann bin ich lange Zeit israelische Staatsbürger geblieben. Und dann irgendwann, sagten die Behörden: „Okay, Sie sind deutscher Staatsbürger und Sie können ihren israelischen Pass behalten.“


Die Staatenlosigkeit war eines der vielen Probleme, weshalb Juden lange Zeit nirgendwo aufgenommen wurden. Ist dieses Gefühl bei Ihnen heute noch präsent?

Für meinen Vater war das vor allen Dingen tödlich. Er ist 1938, zusammen mit meiner Mutter, ‘ausgebürgert’ worden. In Polen gab es damals ja vielleicht genauso viele Antisemiten, die waren nur nicht so konsequent. Und da er so lange in Deutschland lebte, setzten sie Ihn einfach vor die Tür. Aber die deutsche Staatsbürgerschaft bekam er natürlich nicht mehr, also bekam er den so genannten Nansen-Pass für Staatenlose.

Der schütze ihn zwar, aber er musste jedes Jahr erneuert werden. Die westlichen Staaten waren dazu verpflichtet, die Staatenlosen, die in echter Not waren und verfolgt wurden, aufzunehmen. Also, natürlich keine Kriminellen, aber eben Menschen welche politisch verfolgt wurden. Doch den Nansen-Pass konnte man nur sehr schwer erstehen und er kostete auch noch Geld, und das Geld hatte mein eben Vater nicht. Und deshalb konnte er nicht fliehen, landete im KZ und da war es dann aus.


Sie haben in ihrem Buch eine sehr prophetische Aussage getroffen. Als ihnen Shimon klar machte, dass sie überall auf der Welt nicht willkommen seien, weil wild gewordene Antisemiten auf sie warten würden, da antworteten sie, dass in Israel wild gewordene Araber auf sie warten würden. Wenn man sich die Lage in Israel in den letzten 50 Jahren betrachtet, sehen sie sich in ihrer Aussage bestätigt?

Ja sicher. Es wird ja immer schlimmer. Israel ist in einer ganz fürchterlichen Lage. Wenn sie mit dem Arafat zu Rande gekommen sind, war immer ein anderer da, der sagte: „Nicht mit uns!“ Also mit wem verhandelt man dann? Wenn man mit einem klar kam, da sagte ein anderer „Mit uns nicht, wir bomben weiter“ und umgekehrt. Also, das ist eine ganz verrückte Situation. Ich weiß nicht, wie das enden wird.

Die Fatah und die Hamas haben ja jetzt eine Einheitsregierung beschlossen und auf der anderen Seite gibt es ja auch noch das Bedrohungspotential durch die Hisbollah im Libanon. Engagieren Sie sich für Israel? Und wie sieht dieses Engagement aus?

Unterstützung? Ja, in vielerlei Hinsicht. Auch das, was ich jetzt mit dem Buch mache. Natürlich ist das Unterstützung, aber letztlich wird nur dann etwas geschehen, wenn der palästinensische Ministerpräsident sowie der Staatspräsident sich einig sind, und zumindest das Existenzrecht Israels anerkennt. Aber der derzeitige Ministerpräsident verweigert sich ja diesem Anliegen.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie dieses Gezerre verfolgen.

Ich denke, damit ist die Saat schon für einen neuen Krieg gelegt. Möglicherweiser auch einem internen. Vielleicht kämpfen Hamas und Fatah bald wieder gegeneinander. Man weiß es ja nicht.

Auf alle Fälle ist es ein ewiger Unruheherd. Jetzt kommt natürlich noch der Iran hinzu, der nun in die Vollen geht mit der Verhaftung der 15 Briten, die sich einwandfrei auf irakischem Gebiet befanden. Dies ist eindeutig eine Provokation.


Sie sagen in ihrem Buch: „Ich werde niemals einem Menschen eine Flinte auf den Bauch halten“. Das ist natürlich eine sehr antimilitaristische Sicht. Sind sie heutzutage immer noch so vehement gegen den Krieg?

Da hat sich überhaupt nichts verändert. Mein Vater war ein sehr fantasievoller Mann. Und als ich ihn fragte, warum darf man niemanden töten, da antwortete er: „Wenn du einmal einen Menschen getötet hast, dann springst du über eine Barriere, über die du nie mehr zurück springen kannst, dann wirst du dich in einem Teil der Welt befinden, der dir gar nicht behagt“.

Damit hat er erst einmal Recht. Aber da er sehr fantasievoll war, hat er mir dann auch beschrieben, wie es einem Menschen geht, der erstochen wird. Und dies hat er auf eine sehr brutale Art und Weise geschildert, obwohl er nie einen Ermordeten gesehen hat. Aber er tat das so fantasievoll, dass ich mich übergeben musste. Und das hat bis heute gereicht. Ich umarme ihn nachträglich noch dafür.


Vielen Dank, Herr Degen, für dieses Gespräch.

Mittwoch, 24. Januar 2007

Biowaffe gegen Rechts

Interview mit Dennis Milholland. Der blinde jüdische Autor setzte sich beim Angriff eines Rassisten in der brandenburgischen Hauptstadt zur Wehr, die Staatsanwaltschaft Potsdam macht ihm wegen Körperverletzung den Prozeß...

Ralf Fischer / hagalil.com

RF.: Am Abend des 27.Mai 2005 sind Sie und ihre beiden Begleiter, die sich nach dem Besuch einer Kulturveranstaltung auf der Rückfahrt nach Berlin befanden, in der Potsdamer Straßenbahn von drei jungen Männern zunächst beleidigt und beschimpft worden. Weshalb gerieten Sie aneinander?

DM.: Auf dem Nachhauseweg kehrten wir in eine Dönerbude ein um uns etwas zu essen zu besorgen und von da aus sind wir gemeinsam zur Straßenbahn gegangen. In der Straßenbahn wurden wir dann von den drei besagten Männern angegangen, weil wir in ihren Augen „Türkenscheiße“ gegessen haben. Ich murmelte etwas von Neonazis, woraufhin als Antwort prompt ein „Sieg Heil“ zurückkam.

Waren sie allein in der Straßenbahn?

Nein, die Straßenbahn war propenvoll. Die braven Potsdamer Bürger saßen erstarrt da und wollten nichts hören und sehen. Als wir dann am Hauptbahnhof ausstiegen, rempelten einer der Männer, Oliver K., meinen Begleiter mit der Brust an und beschimpfte ihn als „hässlich“. Wir gingen dann in den Bahnhof hinein, während uns die Rechten folgten. Und dann ging dort die Grölerei erst richtig los. Ich habe dann auf englisch zurück gerufen „Fuck off“, mit der Hoffnung das die Passanten denken, hier werden Touristen überfallen und die Polizei holen. Aber nichts dergleichen geschah.

Was haben Sie dann in dieser Situation gemacht?

Wir sind dann in die andere Richtung, weg von denen, zur S-Bahn in Richtung Berlin gegangen. Und urplötzlich – ich habe ihn gar nicht kommen sehen - kam dann Oliver K. zielstrebig auf uns zu und schlug völlig unvermittelt einem meiner Begleiter ins Gesicht. Daraufhin habe ich mich eingemischt, und wir haben ein paar Schläge ausgetauscht. Im Zuge dieses Schlagabtausches bekam ich von links einen heftigen Hieb, den ich nicht kommen sah, weil ich auf dem linken Auge 100% blind bin. Kurz nach dieser Situation versuchte Oliver K. mit seinem Daumen meinen Kehlkopf zuzudrücken. In Notwehr habe ich ihn dann gebissen.

K. hat mich dann gefragt ob ich blind sei. Worauf ich mit „ja“ antwortete und noch obendrauf erwähnte, dass ich AIDS habe. Daraufhin hat er das Weite gesucht. Einige Minute später war der Bundesgrenzschutz da.

Und nahm Sie und ihre Begleiter mit Latexhandschuhen bewaffnet in Empfang…

Ja, während der Oliver K. von zwei Notärzten umsorgt wurde, bekam ich und meine Begleiter keinerlei medizinische Hilfe. Wir wurden als Täter behandelt, und nicht als die Angegriffenen. Ich musste noch über eine Stunde auf der Polizeiwache verharren, bis die Ärzte aus dem Krankenhaus anriefen und den Polizisten Bescheid gaben, dass ich nicht mehr gebraucht werde. Mit meinen Begleitern fuhr ich dann nach Berlin. Erst am nächsten Morgen kam ich in ärztliche Behandlung.


Eine Anzeige wegen versuchtem Todschlag die ich auf der Wache aufnehmen lies, verschwand, wie ich später erfuhr, auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft Potsdam.

Anderthalb Jahre später, am kommenden Donnerstag (25. Januar 2007), wird nun ihr Fall vor dem Potsdamer Amtsgericht verhandelt. Obwohl der Angreifer Oliver K. zwischenzeitlich wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt wurde, hält die Potsdamer Staatsanwaltschaft am Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Sie fest. Können Sie sich das irgendwie erklären?

Nein. Das Gericht sagt mit dieser Klage aus, es ist in Ordnung alte, kranke Menschen zu überfallen, es wird Euch nichts passieren. Die Grenzschützer haben sich benommen, als hätte ich den Ebula-Virus. Offensichtlich sehen die deutsche Justiz und die Strafverfolgungsbehörden einen Virus als Waffe an. Demnach bin ich eine wandelnde Biowaffe.

Der Prozess findet am Donnerstag, den 25. Januar 2007 um 13.30 Uhr im Amtsgericht Potsdam, Hegelallee 8, Saal 310, statt.